· 

8. Unser Penthouse auf 4 Rädern wird für zwei Monate gegen 2 Rucksäcke eingetauscht…

USA: Las Vegas – Schwyz/Tessin/Wallis – Las Vegas – Laughlin – Joshua Tree NP - Palm Springs – San Diego – Laughlin – Las Vegas – Cuba: Havanna – Santiago de Cuba – Mexiko: Mexiko City – Costa Rica: San José - Cahuita – Puerto Viejo de Talamanca – Tortuguero – La Fortuna - Sámara

 

 23. November 2019 – 18. Januar 2020

 

Die drei Wochen Heimaturlaub waren wie im Flug vergangen….

 

Mit einem lachendem, wer verreist schon nicht gerne im November, und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von unseren Liebsten, auf das Abendteuer zum Zweiten…..

 

In Las Vegas gelandet mieteten wir mal wieder für 3 Nächte die Travel Lodge. Während Andy das Büsli unversehrt im RV Store abholte, vergnügte ich mich mal wieder, wo auch sonst, am Pokertisch.

 

Weiter geht die Reise Richtung Süden Nevadas. Die Nächte werden kürzer, die Temperaturen sind auch nicht mehr so hoch wie gewohnt. Das verändert das Reiseverhalten ziemlich. Wer will schon im Dunkeln ab ca.17.30 Uhr und bei kühlen 12 Grad draussen sitzen? Kein grosses Vergnügen und da wir in der Nacht nicht fahren wollten, musste auch ein Schlafplatz schon vor dem Eindunkeln gesichert sein. Andy bekocht mich nur noch mittags, am Abend gibt es kalte Speisen. T’ja und dann ist früh Bettruhe angesagt. Zum Glück haben wir unser IPad, welches uns mit heruntergeladenen Filmen versorgt.

 

Das Navi, bekannt als „Dumpfbacke macht ihren Job auch nur noch mässig. Hat sie eine fixe Adresse, funktioniert alles perfekt, füttert man sie jedoch mit Koordinaten, kann es durchaus sein, dass du an einem Hintereingang eines Gebäudes landest, oder auf der anderen Seite eines Flusses. So erging es uns in Laughlin. Laughlin und Bullheead City werden durch den Colorado River getrennt. Laughlin gehört zu Nevada, Bullhead City zu Arizona. Auch die Zeitzone ist um 1 Stunde verschoben. Ein Campground direkt am Colorado River in Laughlin war in Aussicht, hatten jedoch keine Adresse dazu, nur die Koordinaten. Und wo schickt uns die „Dumfpbacke“ hin? Genau, auf die andere Seite des Flusses nach Bullhead City. Wir suchen wie verrückt den Campground, fragen Einheimische, bis wir dann feststellten, dass eben dieser auf der anderen Seite des Flusses liegt. Es ist schon dunkel als wir endlich ankommen….

 

Wir bleiben ein paar Nächte in diesem drittgrössten, nach Las Vegas und Reno, Spieler-Städtchen in Nevada. Der Grund dazu muss ich hier wohl nicht genauer erörtern.

 

Ich kann nur sagen, dass hier viele ältere und nicht sehr gut betuchte Einheimische ihr Glück an den Slot-Machine oder den Spieltischen versuchen. Alles geht etwas familiärer ab als in Las Vegas.

 

Eines unserer Ziele ist der Joshua Tree National Park. Dieser Park ist inmitten der Mojave Wüste gelegen. Es ist Vor-Weihnachtszeit und wir sind mitten in einer unwirklichen Gegend mit den Yuccas, die grösste Art der Palmlilien. Sieht nicht aus wie ein echter Christbaum, jedoch sehr beeindruckend und mystisch. Mitten im Park auf einem der zahlreichen Campingplätze kommt uns plötzlich ein Auto mit CH-Kennzeichen entgegen. Ich sage zu Andy, das Auto kommt mir irgendwie bekannt vor. Und keiner glaubt‘s, mit den beiden Reisenden Sascha und Rita hatte ich vor unserem Start der Reise bereits Kontakt per E-Mail und Whatsapp. Ist das ein Zufall oder was, sagen sich auch die beiden und wir verbringen einen austauschreichen, witzigen Abend.

 

Bewusst wählen wir nach unserem Heimaturlaub die eher wärmeren Regionen Nevada, Arizona und Kalifornien aus. Palm Springs in der Sonora-Wüste gelegen, bekannt für die Thermalquellen und den vielen Golfplätzen, ist Naherholungsgebiet für viele gestressten KalifornierInnen. Wir verbringen ein paar Nächte in Indio, ein quasi Vor-Ort von Palm Springs. In Indian Wells fahren wir vorbei und da kommt mir Roger Federer in den Sinn😊

 

Wir fahren weiter nach San Diego und besuchen den weltweit bekannten Zoo. Ein ‚must have‘ für eine Tierliebhaberin wie ich es bin. Nebst Jaguar, Löwen, Koalas und co. sehen wir endlich mein Lieblingsvogel, den Dukan. Freude herrscht…

 

Am 21. Dezember ist unser Flug von Las Vegas via Mexico City nach Cuba. Die Zeit drängt und wir machen uns langsam auf den Rückweg Richtung Vegas. Erneut muss unser Büsli in den RV Store eingestellt werden, dieses Mal jedoch nicht nur für 3 Wochen, sondern für gut 2 Monate.

 

Die letzten Tage sind wir beschäftigt, um uns auf das Backpacker Leben einzustellen. Das heisst, alles muss in zwei Handgepäck Rucksäcken Platz finden. Nochmals alles reduzieren ist angesagt, was brauchen wir, was bleibt zurück? Wir reisen ja in wärmere Regionen. Dem Büsli wird eine Generalreinigung unterzogen, alle Essenswaren werden aufgebraucht und nun kann es losgehen…..

 

Mit Zwischenstopp in Mexiko City, unser Anschlussflug nach Havanna ist am morgen früh danach, verbringen wir die kurze Nacht am Flughafen. Es ist kühl, die Stadt liegt auf 2‘300 m.ü.M. Gross schlafen können wir nicht, obwohl Andy mit zwei geklauten Kartons ankommt, um sich auf dem kalten Flughafenboden etwas auszuruhen. An schlafen ist nicht zu denken. Kein Problem, erstens haben wir ja Ferien und zweitens geht es nach Havanna weiter. Um 7 Uhr morgens ist unser Abflug, sind wir kurz vor Mittag schon in Havanna gelandet. Der Taxifahrer des zuvor gebuchten Casa Particulares wartet auch schon mit hochgehaltenem Plakat ‚Andy und Prisca‘ auf uns.

 

In Havanna Vieja erwartete uns ein tolles Zimmer im kolonialen Stil mit Aussicht auf die Altstadt und den Malecón. Wir schlendern durch die Altstadt, trinken ein paar Mojitos, essen lecker, an jeder Ecke klingt es nach Salsa und Sonn- Livemusik. Todmüde fallen wir bei diesen Klängen in’s Bett und schlafen wie Murmeltiere.

 

Der Taxifahrer bringt uns frühmorgens zum Flughafen, für den Inlandflug von Havanna nach Santiago de Cuba. Mein Bruder erzählte mir von alten russischen Propellerflugzeugen. Propellerflugzeuge waren es dann auch, jedoch keine alten Modelle mehr, uff zum Glück.

 

Die Freude war gross, als uns mein Bruder und sein Reisefreund am Flughafen in Santiago de Cuba abholten. Mit einem typischen Oldtimer, damit keine Raussturzgefahr bestand, musste die Türe mit einem Tuch befestigt werden, bienvenidos a cuba😊, chauffierte uns der Taxichauffeur in das Casa Murcia. Das Haus hat mein Bruder zusammen mit seiner kubanischen Frau vor zwei Jahren erworben. Kaum angekommen, alle begrüsst, kamen 10 Minuten später, wie abgemacht, zwei unserer 3 Kinder mit einem Taxi angebraust. Sie reisten vorher, mit einer gemeinsamen Freundin eine Woche von Havanna bis Santiago, um die Weihnachtszeit mit uns allen zu verbringen. Nur unsere älteste Tochter mit Mann und Kindern fehlte… Chano und Ledys, Verwandte der Hausbesitzer schauen zum Haus, wenn mein Bruder mit Family nicht vor Ort ist und betreuen die Gäste, in diesem Fall waren es wir. So wurden wir als erstes im kubanischen Stil bekocht. Arroz con riz, Maniok und einem super leckeren Ragout. Bei Wein, Bier und Rum und natürlich guter kubanischer Musik, hatten wir uns so viel zu erzählen und ein Tänzchen zu später Stunde musste dann auch noch sein. Die 10 Tage verbrachten wir mit einigen Verwandten Besuchen meiner Schwägerin, Stadtbesichtigung, Konzerten, einem Ausflug ans Meer und chillen im Patio. Am eindrücklichsten war sicher der Besuch zum Vater und den Geschwistern meiner Schwägerin in Deserfrente, in den Bergen ca. 110 km ausserhalb von Santiago de Cuba, mitten im Dschungel.

 

Zu schnell verging die Zeit in diesem wunderbaren Land und wir fliegen via Havanna nach Mexiko City zurück. Drei Tage verbringen wir in dieser 20 Millionen Metropole. An der Plaza de la Constitución auch Zócalo genannt steht die älteste Kathedrale des amerikanischen Kontinentes. Wir schlendern zum Palacio de Bellas Artes, sehen einige Kunstmuseen u.a. das von Krida Kahlo. Wir sind wirklich beeindruckt von dieser Stadt mit den freundlichen, jedoch eher zurückhaltenden Menschen, der Geschichte der Stadt, dem guten Essen und und und. Etwas befremdend empfinden wir die extrem hohe Polizeipräsenz und nach Einbruch der Dunkelheit verschwindet die Menschenmasse wie aus dem nichts. Die Strassen inmitten des Zentrums sind ab 22.00 Uhr quasi menschenleer. Kein Wunder, bei dieser hohen Kriminalitätsrate.

 

Und jetzt endlich geht es nach Costa Rica. Die Liebe zur Tier- und Pflanzenwelt bringen wir ja mit, wenn es keine Schlangen sind😊Und wir werden belohnt… Erste Station ist Cahuita auf der Karibik Seite. Wir buchen für 1 Woche ein B&B Hostel mit einem wunderschönen Garten und noch besserem Frühstück. Gleich um die Ecke ist der Namensgleiche Nationalpark direkt am Meer, Strand küsst Dschungel. Und die Tiere lassen nicht lange auf sich warten. Faultiere, Kapuzineraffen, Brüllaffen, viele Echsenarten und das Gezwitzscher der Vögel ist ohrenbeteuernd.

 

Weiter buchen wir eine 2-Tagestour in den Tortuguero Nationalpark. Dieser ist nur per Boot erreichbar. Drei Stunden Bootsfahrt in den naturbelassen Flusskanälen mitten durch den Dschungel und dann erreichen wir das kleine gleichnamige Dorf. Auf der einen Seite des Dorfes ist das karibische Meer, 60 Meter auf der anderen Seite der Flusskanal mit den Anlegebooten. Zurecht wird diese Region Amazonas von Costa Rica genannt, mit dem Unterschied, dass es viel mehr Tiere gibt, ausser Piranhas, als im Amazonasgebiet. Den Menschen in Costa Rica geht es verhältnismässig gut, sodass sie keine Tiere jagen müssen wie im Amazonasgebiet. Hier sehen wir zusätzlich noch Krokodile, Kaimane, Leguane, Geckos, Turtles, unzählige Vogelarten, Aras und Dukane und Schmetterlinge. Das war bis anhin wirklich ein Highlight unserer Reise.

 

Zu Füssen von La Fortuna liegt der Vulkan El Arenal, unsere nächste Anlaufstelle. Leider sehen wir ihn nur selten, da er sich meistens im Nebel versteckt. El Arenal ist weltweit einer der aktivsten Vulkane und bietet rundum naturbelassene heisse Quellen. Wir buchen eine weitere Tour kombiniert mit dem Tenorio NP, dem gleichnamigen Vulkan und dem tiefblauen schwefelhaltigen Río Celeste.  Eines der schönsten Naturphänomene in Costa Rica, ist das türkis-klare Wasser des Río Celeste. Das Wasser dieses Flusses erscheint wie aus einem Märchen und ist ein beeindruckendes Spektakel.

 

Von La Fortuna geht die Reise weiter über die gebirgige Region an die Pazifikküste, nach Sámara.

 

Wie die Reise als Backpacker in Costa Rica und Mexiko weitergeht, im nächsten Bericht.

 

 

 

Gefahrene Kilometer insgesamt: 29’120

 

Regentage: USA 0 / Mexiko  City 0 / Cuba 2 / Costa Rica, Karibikseite jeden Tag mindestens einmal, Pazifikseite 0

 

Höchst-/Tiefsttemperatur: 31°/10

 

Übernachtungen: Motel/Campground/ Wild Camping/ Hostel und privat als Backpacker: 10/8/10/27

 

Highlight: Joshua Tree NP, Cuba, Mexiko City, Tortuguero NP, Costa Rica

 

letzter Bericht

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Madeleine Wyss (Donnerstag, 06 Februar 2020 14:17)

    Wow Priska, was für ein toller Bericht.
    Du steigerst Dich von mal zu mal. Man kann richtig mitreisen mit Euch, so eindrucksvoll beschreibst Du die Orte.
    Costa Rica muss fantastisch sein. Noch ein wirkliches Paradies.
    Frida Khalo finde ich ganz spanned. Was für ein starker Mensch muss sie gewesen sein.
    Weiterhin eine gute und sichere Reise.
    Liebe Grüsse Mädy