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5. Nach 13'500 gefahrenen Kilometern und 13 Nationalparks sind wir an der Westküste angekommen.......

22. Juli- 20. August 2019

 

Reno - Lake Tahoe – Mono Lake – Yosemite NP – Sequoia NP / Kings Canyon NP – Morro Bay – Santa Barbara – Santa Monica – Lake Lopez

 

 

In Reno, Nevada, der zweit grössten Spielerstadt nach Las Vegas angekommen, buchten wir ein Hotel für zwei Nächte. Der Chauffeur wollte unseren Bus in die Tiefgarage fahren, bemerkte dann aber zum Glück noch rechtzeitig, dass mit der Dachbox das Auto zu hoch ist. Ebenfalls hatte er das mit der Gangschaltung nicht so im Griff. So bekamen wir einen Parkplatz direkt vor dem Haupteingang. Fast wie Promis eben......

 

Nach einer warmen Dusche stürzten wir uns ins Nachtleben, besser gesagt Zockerleben von Reno. Wir haben uns ein Spiellimit gesetzt und Andy versuchte sein Glück beim Roulette, während ich mich an einen Pokertisch dazusetzte. Mit einem Einsatz von 100 Dollar ist man dabei. Am ersten Tisch waren diese dann schnell weg......zu euphorisch. Am nächsten Abend, besser gesagt es war Nachmittag, etwas gelassener, versuchte ich mein Glück erneut. Andy investierte zu meinen 100 Dollar von seinem Spielgeld mit dazu, in der Hoffnung dass ich diesmal bessere Nerven und Geduld aufbringe. Das hat sich auch gelohnt. 8 Stunden und einige Gratisdrinks später, verliess ich den Tisch mit 300 Dollar. Ich war happy, zufrieden und amüsierte mich köstlich.

 

Jeweils nach 1-2 Nächten in Hotels oder Motels sind wir glücklich wieder in unserem Bus zu schlafen und unser Vagabundenleben und die Freiheit zu geniessen. Für Reisende wie wir, die mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs sind, bietet Amerika unglaublich viel an Infrastruktur. Egal ob man in der Stadt, in den Bergen oder am Meer ist, überall gibt es State Parks, National Forrest, Picknick Aerias wo man kochen, sich ausruhen, oder die Toiletten, sogar mit Duschen nutzen kann. Dies haben wir so in der Schweiz noch nie gesehen, es hätte auch schlicht zu wenig Platz dazu.

 

Nun geht es weiter zum Lake Tahoe, ein riesiger See inmitten einer unglaublichen Bergkulisse, eben fast wie in der Schweiz. Die Berge, es ist Ende Juli, sind teilweise noch mit Schnee bedeckt, daran sieht man, dass es im vergangenen Winter unglaubliche Massen davon gegeben haben muss. Wir finden einen schönen Campground in einem National Forrest in South Tahoe. Hier bleiben wir für ein paar Nächte, gehen morgens wandern und am Nachmittag an den See schwimmen. Wir lernen Geoff und Heather kennen, beide wohnen in Mendocino. Wir plaudern die halbe Nacht und bekommen Tipps für unsere Reise.

Als die beiden dann weiterzogen, bekamen wir einen eher seltsamen Nachbarn. Ganz alleine in seinem riesen Pickup angereist, wollte er sich sofort in ein Gespräch, dies gelang ja meistens mit einer Frage über unseren Bus, einbringen. Die zweite Frage war dann, wollt ihr kiffen mit mir? Ich lehnte dankend ab, ansonsten hätten wir diesen Typen nicht mehr losbekommen. Es war dann funkstille, jedoch beobachtete er jede Bewegung von uns von seiner Pickup Rampe aus. Ja auch solche Geschichten gehören zum Reisen...

 

Mit wunderbaren Eindrücken von dieser Region Rund um den Lake Tahoe , Andy meinte, als der liebe Gott diese Gegend schuf, war er kurz zuvor in der Schweiz, fahren wir auf dem Highway 50 in Richtung Yosemite NP am Mono Lake vorbei. Dieser himmelblaue Salzsee in dieser Mondlandschaft hat es mir vor 5 Jahren schon angetan. Auch hier machen wir einen Stopp und sind sprachlos über die Schönheit dieses Sees. Über den 3'300 m hohen Tiogapass erreichen wir den Yosemite NP. Wir bleiben 3 Tage, wandern an den Lake Elisabeth und feiern 1. August am Feuer. Also wir meinen es sei 1. August, bis wir einen Tag später, im Sequoia NP spät abends einen Campground aufsuchen. Das Ranger-Häuschen war bereits geschlossen, nur an der Infotafel standen Zettel mit den  verfügbaren Plätzen und dem Datum 1. August. Andy und ich schauten uns an, was 1. August,  das war doch gestern oder? Wir haben doch heute 2. August? Ich schaute mal auf mein Natel, nein heute ist der 1.August. Na dann können wir ja nochmals feiernJ. Kann es sein, dass wir schon zu lange Ferien haben?????

 

Die gemeinsam verwalteten Nationalparks Sequoia und Kings Canyon bieten eine Vielfalt an natürlichen Schätzen. Hier stehen dem Volumen nach die grössten Bäume der Erde und zugleich ist hier der Mount Whitney 4418 m, der höchste Berg (ausser Alaska) der USA. Wir kommen uns auf den Spaziergängen durch die Wälder vor wie Zwerge.

 

Der Westen ruft, wir sind noch ein paar Meilen von der Küste entfernt. Auf dem Highway 41 fahren wir durch eine Gegend wie in der Toscana. Viele Weinrebstöcke säumen die hügelige Landschaft. Zitronen-, Mandarinen- und Orangenbäume entlang der Strassen. An einer Kreuzung steht gross der Name James Dean. Hier muss er ums Leben gekommen sein, meinte ich. Später beim Googeln wurde die Annahme bestätigt. Im Landesinneren noch 35 Grad sehen wir von weither Richtung Küste Nebel, die Temperaturen fallen mit jeder Kurve abwärts um ein paar Grad. An der Morro Bay angekommen sind es gerade mal 18 Grad. So kalt hatten wir die ganzen Ferien noch nie. Trotzdem sind wir glücklich dass wir unfallfrei an der Westküste angekommen sind. „Mached mer mal wieder es SelfieJ

 

Die Morro Bay mit dem Morrorock der auf der einen Seite den Hafen und der anderen Seite die Beach mit den hunderten von Surfern trennt, ist einfach nur mystisch. Ich weiss mit meinem Feldstecher kaum wo hingucken. Möwen, Pelikane oder lieber Seeotter (die nur hier an der Küste Californiens leben, ausser Alaska und Russland) oder doch den Wassersportlern?

Doch die Temperaturen sind gewöhnungsbedürftig und wir fahren weiter Richtung Süden nach Santa Barbara. Hier bleiben wir gut eine Woche, machen Ausflüge nach Santa Monica an den Pier (End of Route 66) und die bekannte Venice Beach. Das Meer ist etwas wärmer als weiter nördlich, jedoch gibt der Pazific nicht so hohe Werte her wie der Atlantik. Ich gehe trotzdem ab und an ins Meer, die Wellen sind hoch und ich verschwinde darin, samt Brille. Ich tauche wieder auf, die Brille jedoch nicht. Dann stelle ich fest, dass einer meiner Zehen alle Blautöne annimmt. An einem Pier sehe ich einen Delphin, dachte ich, der Ranger war anderer Meinung und stellte eine Tafel mit der Warnmeldung: Heute ein Hai gesichtet, schwimmen auf eigene Verantwortung. Na ja, meine Augen und dann noch die verlorene Brille.....

 

Um uns etwas aufzuwärmen, suchen wir einen See im Landesinneren und werden mit dem Lopez Lake fündig. Ein Stausee hoch über der Küste, der Windsurfer, Fischer und Badehungrige gleichermassen anzieht. Hier steigen die Temperaturen wieder auf über 30 Grad. Wir bleiben zwei Nächte bevor es wieder zurück zur Küste geht.

 

Santa Barbara mit seinem spanischen Einfluss, der wundervollen Architektur, den vielen Bars, Restaurant und Shoppingmöglichkeiten für jedes Budget, haben wir für einige Tage erkundet. Darunter auch die Mission of Santa Barbara, Königin der Missionen an der Westküste. Arme und reiche Leute leben hier. So sahen wir viele, derer Zuhause ihr eigenes Fahrzeug ist, diejenigen die kein Fahrzeug mehr haben, leben dann auf der Strasse. Das überteuerte Californien hat eben zwei Gesichter, wie so viele Länder mit internationalen Firmen und gut bezahlten Jobs.

 

Schon länger zeigte unser Display am Armaturenbrett einen Ölwechsel an. Wir suchten in Santa Barbara eine Vintage VW Garage auf. Nirgends auf  unserer Strecke haben wir so viele VW-Büsli wie hier in Santa Barbara und Umgebung gesehen, da gibt es natürlich auch dementsprechend die Garagen dazu. Jedenfalls der Besitzer der Vintage Garage meinte, er wäre ziemlich busy und wies uns zu seinem Kollegen, der ebenfalls eine Garage hatte, weiter. Die Recherchen für das richtige Öl, war für den Mechaniker eine echte Herausforderung. Den VW T6 California ist ja schliesslich in den USA nicht erhältlich. Wir hatten einen Termin für den nächsten Tag und alles lief trotz einigen Befürchtungen von Andy tip top.

 

Die Golden Gate Bridge in San Francisco wartet, dazu mehr im nächsten Bericht.

 

Gefahrene Kilometer insgesamt: 14’030

Regentage: 0

Höchst-/Tiefsttemperatur: 37°/18°

Übernachtungen: Motel/Campground/Gratis in der Stadt oder Beach: 2/15/10

Highlight: Lake Tahoe, Mono Lake und der falsche Delphin

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Mädy (Donnerstag, 22 August 2019 13:00)

    Liebe Priska, danke für die coolen blogs. Ich finde Du schreibst interessant, informativ und amüsant.
    Macht Spass zu lesen :-)
    Ich wünsche Euch weiterhin eine spannende und sichere Reise.
    Liebe Grüsse
    Mädy

  • #2

    Desi (Donnerstag, 22 August 2019 18:25)

    Ein super Bericht und irsinnig schöne Fotos. Schön, seid ihr so gut unterwegs. Gniesseds i volle Züge.