· 

4. Warum wir Santa Fe ein Leben lang nicht mehr vergessen werden...

23. Juni-22. Juli 2019

 

Tulsa - Little Rock - Elk – Tucomcari - Amarillo - Santa Fe - Taos - Grande Sand Dune NP - Pagosa Springs - Mesa Verde NP - Moab - Arches NP - Canyonland NP - Capitol Reef NP-Bryce Canyon NP - Great Basin NP – Reno

 

Nach drei Tagen im Motel in Tulsa waren wir glücklich endlich wieder unser Van-Leben in Angriff zu nehmen. Starke Regenfälle und Sturm hielten uns ab schon früher loszuziehen. Entlang der legendären Route 66 ging es weiter via Little Rock nach Elk. Am Elk-Lake gab es 6 Gratisstellplätze, die wir zuvor im I-Overlander App ausfindig machten. Kaum zu glauben, dass direkt am See solche wunderbaren Plätze gratis angeboten werden. Schon zuvor haben uns andere Reisende darauf aufmerksam gemacht, dass wir nun in eine Region kommen, wo es viele BLM (Büro für Landmanagement) Gratisplätze gäbe. Das Land ist schlecht nutzbar, zu trocken und ist nicht in Privatbesitz.

 

Entlang Texas an der Route 66 mit den riesigen Rinderranges und einige BLM Plätze später, in der Nacht hörten wir jeweils das Geheul der Kojoten , machten wir einen Halt in Tucomcari, New Mexiko. In dieser gottverlassenen Gegend läuft doch nichts, und ob. An einer Seitenstrasse waren Ladys im Rockabilly-Style gekleidet und die Männer, echte Cowboys natürlich.  Es lief Musik und das ganze Dorf war auf den Beinen. Wir schnappten uns einen Platz neben zwei älteren Ladys, ebenfalls in diesem Stiel gekleidet, tanzten eine Runde und einem Foto von mir und einem echten Cowboy später, ging es weiter Richtung Santa Fe.

 

Von Santa Fe sind wir total begeistert. Diese zerstreute Stadt mit den Lehmziegel Häusern zieht Kunstschaffende, Maler und Schriftsteller magisch an. Es scheint, als ob hier die Pueblos, ausgewanderten Mexikaner und Einheimischen im Einklang leben. Galerien an der Canyon Road so weit das Auge reicht, Old Hippies, Bioläden und Märkte prägen die Stadt.

 

Ja toll, aber warum werden wir Santa Fe nie mehr vergessen? Der Geburtstermin unserer ältesten Tochter ist just dieses Wochenende. Wir sind total aufgeregt, telefonieren per Facetime, schreiben per WhatsApp wann immer es geht. Im Hotel Francis sitzen wir bei einem Glas Wein und gutem Wifi im Garten und bekommen die erfreuliche Nachricht. Wir sind zum 2. Mal Grosseltern geworden, Juhui!!!! Math, der Kellner freut sich mit uns und spendiert uns zum Ereignis ein weiteres Glas Wein. Wir sind so glücklich, dass alles gut gegangen ist, wären jedoch in diesem Moment gerne zu Hause gewesen.

 

Wir tauchten weiter in die Pueblo Region in New Mexiko ein, assen zum Frühstück Burritos, schauten uns Felsbehausungen an und fuhren zur John Dunne Bridge am Rio Grande. Dieser Tipp hatte uns Jo gegeben, den wir zuvor an einem Konzert in Taos kennenlernten. Die Region am Rio Grande ist, als ob gleich Winnetou höchstpersönlich hinter einem Felsvorsprung auftaucht.

 

An der High Road to Taos kamen wir an Chimayó, ein kleines Dorf mitten in den Bergen vorbei, auch das amerikanische Lourdes genannt, wo die heilsame Erde Wunder bewirken soll. Beim Anblick der vielen Hilfesuchenden und Kranken, die sich der heilsamen Erde in der Kirche El Santuario de Chimayó bedienten, wurden auch wir etwas demütig.

 

Wir bewegen uns seit Santa Fe immer zwischen 1800 und 2500 Meter. Alle paar Meilen verändert sich die Gegend, üppige Salbeibüsche, Kakteen wechseln sich mit Föhren und Birkenwäldern, graue Felsformationen mit rostfarbenen ab. Die Baumgrenze liegt hier bei über 3'000 Meter. Es ist trocken und sehr heiss. Mein Fächer den ich im Osten noch zum Feuer entfachen benötigte, schickte ich in den Ruhestand. Hier braucht es ein paar trockene Äste, eine Prise Wind und mein Feuerzeug, damit das Steak nun an der heissen Glut und nicht in der Pfanne gebraten werden kann.

 

Jetzt fängt die Ära der Nationalparks an. Von New Mexiko ging es nach Colorado in den Grande Sand Dune NP, quasi die Sahara der USA. Weiter via Pagosa Springs, gönnte ich mir bei der Hitze ein heisses Quellebad, überquerten wir den 3'300 Meter hohe Wolfspass zum Mesa Verde NP, wo wir Steinbehausungen der Pueblos Kulutr besichtigten. In der Nähe, wieder einmal an einem wunderschönen BLM Übernachtungsplatz, kam ein heftiges Gewitter und bescherte uns anschliessend mit einer wundervollen Regenbogen-Atmosphäre.

 

Mitten in der Nacht erwachte ich ob dem Krach von Andy. Was ist los, fragte ich? Frag nicht, war die Antwort. Wir gehen weiter. Aber nicht doch um 3 Uhr mitten in der Nacht im nirgendwo, oder? Doch!!! Als wir eine viertel Stunde später im stockdunkeln durch den Wald fuhren fragte ich erneut, warum der plötzliche Aufbruch? Jemand hat mit einer Taschenlampe mehrmals in unseren Bus gezündet, das war mir zu viel.

 

In Utah kamen wir in den Genuss von 5 weiteren Nationalparks. Moab war der Ausgangspunkt für den Arches NP, mit den wundervoll inspirierenden Felsformationen und den Canyonland NP. Moab am Coloradoriver gelegen, ist ein Eldorado für Mountainbiker und andere Outdoor Freaks. Offroad-Jeeps können an jeder Ecke gemietet werden, um in der sandig-kargen Gegend herum zu fetzen. Am Capitol Reef NP angekommen war wieder einmal wandern angesagt. Und weiter ging es zu den beiden völlig überlaufenen Bryce Canyon und Zion NP. Den Bryce Canyon besuchten wir auf unserer USA-Reise vor 5 Jahren schon einmal. Damals waren wir einfach sprachlos. Nicht etwa dass wir dieses Mal nicht von der Natur beeindruckt gewesen wären, aber wahrscheinlich ist uns die Masse an Touristen dieses Mal mehr aufgefallen. Im Zion bleiben wir zwei Nächte auf dem Campingplatz und fahren anschliessend zu meinem Lieblings-Nationalpark in Nevada, dem Great Basin NP. Auch diesen besuchten wir bereits vor 5 Jahren und waren von den Birkenwäldern und den vielen Flüssen überwältigt. So viel grün in Nevada ist wirklich eine Seltenheit. Übrigens Nevada hat eine Fläche von ca. 285'000 km2, bei einer Einwohnerzahl von 2,85 Mio.

 

Mit einer leichten Überdosis an Nationalparks geht es via Ely weiter auf dem Highway 50, der einsamsten Strasse der USA, nach Reno, Nevada. Wir fahren ca. 7 Stunden und uns begegnete alle 10 Minuten mal ein Fahrzeug. Einfach unendliche Weiten, Wüste und mit einer Salzkruste versehener Boden. Atemberaubend....

 

Ob ich dem Spielfieber in den Casinos von Reno verfalle, im nächsten Bericht....

 

 

Gefahrene Kilometer insgesamt: 12’400

Regentage: 3

Höchst-/Tiefsttemperatur: 44°/17°

Übernachtungen: Motel/Campground-BLM/Walmart: 2/25/2

Highlight: Tucomcari, Santa Fe, Great Basin NP, Arches NP

 

letzter Bericht                                                                   nächster Bericht

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Luki (Montag, 22 Juli 2019 20:33)

    Cool, wiiter ä so................

  • #2

    Sile (Dienstag, 23 Juli 2019 18:20)

    bi jetzt scho gspannt uf's tatoo��

  • #3

    jolanda - diini basi, chind vam Erni seelig (Montag, 29 Juli 2019 09:23)

    Hallo ihr zwei, ha ewwi Siita gfunnu. So coooool, was iehr da machet. Liebs Grüessji va Greechu.

  • #4

    Tina aus München (Freitag, 02 August 2019 07:32)

    Hoi Ihr Zwei
    Gratulation zum 2. Enkel���
    Immer wieder toll geschrieben viel Spaß weiterhin und
    Hebt euch Sorg���