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3. Unser Alltag im Hotel California

Auf Achse durch 6 Länder...

1. -22. Juni 2019

 

Staunton-Blue Ridge Parkaway-Asheville-Great Smoky NP-Chattanoga-Lynchburg-Nashville-Memphis-Little Rock-Tulsa-Route 66

 

Insgesamt sind wir schon fast drei Monate on the Road, mit dem eigenen Hotel California (Büsli) gut einen Monat.

Mittlerweilen könnte ich blind die Esswaren, Kleider und Geschirr im Bus finden, ist ja auch alles mit einer guten Armlänge erreichbarJ Unsere kleine Wohnung habe ich so gemütlich es geht eingerichtet. Es ist eng, aber mancher staunt was wir alles dabei haben. Andy kocht draussen wie ein Weltmeister und er meint ich sei der beste Commis, wer soll es denn sonst tunJ. Aber auch sonst sind die Jöblis alle gerecht aufgeteilt. Andy der Fahrer, ich mit Maps me und „Dumpfbacke“ die Navigatorin. Auch für das Feuer bin ich zuständig, vor lauter Wedeln mit meinem in New Orleans gekauften Fecher ist schon fast mein Winkespeck verschwunden und trotzdem muss manchmal das Steak auf dem Gasgrill gebraten werden, wenn es zu lange dauert bis die Glut da ist. Am Abend planen wir jeweils die Weiterfahrt für den nächsten oder die nächsten Tage, tragen Favoriten in Maps me ein, schreibe Tagebuch, führe die doppelte „Milchbüechlirechnung“ und spielen Scoppa oder Poker.

 

Weiter geht es vom Shenandoah NP mit einem Abstecher in den Washington State Forest und dem süssen Städtchen Staunten an den Blue Ridge Parkaway. Diese Strasse ist die Verlängerung des Skyline Drives entlang des Appalachian Gebirges und führt direkt in den Grate Smoky NP.

 

Und der Bär ist uns gefolgt, nein, in einer Nacht rumpelte es am Bus. Andy schaute mit der Taschenlampe nach dem Rechten und sah den dicken Bären in der Dunkelheit davonspringen. Die draussen liegengelassene Seife hat er gefressen, hoffentlich bekommt er kein Bauchweh.

 

Wir unternehmen ausgiebige Wanderungen entlang des Appalachain Trails, an Wasserfällen vorbei und geniessen die liebliche Aussicht über die mit dichtem Wald besetzten Hügeln.

 

Floyd, ein kleines Dorf entlang des Blue Ride Parkaways wurde uns von Einheimischen empfohlen, da sei gute Musik und die Leute sehr speziell. Von allen Richtungen kamen die Einheimischen mit Cowboyhut und –Stiefel bestückt, um auf dem Dorfplatz Country und Bluegrass zu hören und tanzten um die Wette.

 

Dunkle Wolken zeigten sich am Himmel und zum ersten Mal nach gut 2 Monaten war Regen in Aussicht. Wir nutzten die 3 Tage in Asheville um Wäsche in einer Laundry zu waschen und ich ging endlich mal wieder shoppen, während Andy in einem gemütlichen Restaurant verweilte.

 

Im Grate Smoky Nationalpark, welcher als meist besuchter NP der USA bekannt ist, blieben wir 3 Tage. Das Wetter war sehr wechselhaft, Sonne wechselte sich mit heftigen Gewittern ab. Wir trotzten dem Wetter und machten eine ca. 4-stündige Wanderung. Tropfnass nach dem 1. heftigen Gewitter liefen wir weiter und unsere Kleider waren von der schwülwarmen Luft fast schon wieder getrocknet, kam das nächste heftige Gewitter. Genug des Guten wollten wir weiter Richtung Westen, in der Hoffnung auf Sonne, die unsere Kleider, Schuhe und das Gemüt trocknen sollen.

 

Etwas enttäuscht von diesem NP, der uns wenn man nicht gerade abseits der Strasse am Wandern ist, zu überlaufen und kommerziell schien.

 

So ging es weiter Richtung Chattanoga Tennessee. Diese mittelgrosse Stadt hat so einiges zu bieten. Wir hörten gute Musik in einem Club und schliefen am Parkplatz eines Walmart’s.  Grössere Städte bieten eben keine Campgrounds.

 

Immer wieder werden wir von Einheimischen angesprochen, mit guten Ratschlägen eingedeckt und ein nettes Ehepaar hat uns für die Weiterfahrt sogar selbstgebackenen Kuchen mitgegeben. Unser Auto ist eine mittelgrosse Sensation, einerseits weil der Typ VW California in den USA nicht erhältlich ist und anderseits fährt hier niemand einen Wagen mit Handschaltung.

 

Tennessee gefällt uns sehr und hat mit den vielen Seen, der eher ländlichen Region, endlosen Weiden mit Rind und Pferdehaltung und grossflächigen Wäldern, an Natur so einiges zu bieten. Wir verbrachten gut eine Woche in 2 verschiedenen State Parks jeweils direkt am See, wo auch die nassen Kleider wieder trocknen konnten.... Es war Wochenende und unser angesteuerte Campground war ausgebucht, sollten wir ja eigentlich wissen, eben Wochenende. Wir wurden von der Rangerin an den Rand des Parks zu einem alten Indianer verwiesen, welcher 10 Plätze ohne Strom und Wasser im Wald anbietet. Da fuhren wir dann auch hin, wir sind ja schliesslich mit unserem Bus ausgerichtet, um 4-5 Tage autark zu sein.

Der Indianer Namens Chaska, was übersetzt ältester Sohn heisst, 81 Jahre alt ist und in einem alten Haus mit seinen Hunden und Katzen lebt, bietet nebst den Zeltplätzen ein umfangreiches Angebot über handgemachte Pfeilbögen, Lassos bis Gewehrhalfter.

Wir sind beeindruckt und Andy drückt ihm prompt sein erstes aus der Schweiz mitgebrachtes Viktorinox-Messer in die Hand. Beim Abschied gab es ein Selfie und für mich eine Kette mit einem Indiander-Cent und Andy eine Speerspitze. Diese soll uns auf unserer Reise Glück bringen, meinte Chaska.

 

Lynchburg darf man nicht auslassen, ein typisches kleines Country Städtchen und bekannt für die Distillery des Jack Daniels Whisky. Andy wollte mal wieder einen Sticker von Lynchburg, alle waren ausverkauft, nur etwa 20 verschiedene Varianten an Trump Sticker hätte man kaufen können. Je ländlicher, je mehr Trump-Fans. Wir winken ab und gehen...ohne Sticker.

 

Irgendwie sollte es jetzt mal etwas zügiger weitergehen Richtung Westen.... Das bedeutet fahren, fahren und nochmals fahren. Am Mississippi Delta angekommen sehen wir das Ausmass der Überflutung vor 3 Wochen. Alle State Parks entlang dem Mississippi-, Arkansas- und Canadian-River sind geschlossen. Es wird immer heisser. Wir sind in Little Rock, Arkansas. Es ist 17.00 Uhr und draussen 40 Grad heiss. Kein Problem denken wir, mit zwei Ventilatoren ausgestatten können wir sicher die Nacht überstehen. Um halb 1 Uhr, schweissgebadet lässt Andy kurz den Motor an, damit die Klima etwas Abkühlung bringt. Es ist 31 Grad, das wollen wir uns keine zweite Nacht antun. Wir buchen ein Motel an der Route 66 in Tulsa, geniessen den Luxus und planen die Weiterfahrt Richtung Amarillo bis Albuquerque entlang der Route 66.

 

Was die bekannt Route 66 zu bieten hat und wie es weiter geht im nächsten Bericht

 

Gefahrene Kilometer: 7’800

Regentage: 5

Höchst-/Tiefsttemperatur: 40°/17°

Übernachtungen: Motel/Campground/Walmart: 1/18/3

Highlight: Floyd, State Parks in Tennessee, Lynchburg

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Kommentare: 3
  • #1

    Tina Brandl (Donnerstag, 04 Juli 2019 15:44)

    Hallo Ihr Lieben, hab schon ganz gespannt auf eure neuen Abenteuer!!! Wahnsinn was Ihr alles erlebt und wieder super geschrieben !!! Macht weiter so���
    Bis bald wieder
    Freu mich schon auf eure neuen Abenteuer❗️
    Liebe Grüße aus München

  • #2

    Barbara (Sonntag, 07 Juli 2019 16:03)

    Hallo ihr Lieben, es ist immer spannend und interessant, eure Berichte zu lesen. Mega, was ihr schon erlebt habt. Geniesst es weiterhin! Enya geht morgen für zwei Wochen ins KALA (Blauring), dann geniessen wir nochmals zwei Wochen in Schwyz und dann gehen wir auch für zwei Wochen in die Ferien (Thailand).
    Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Bericht!
    Take care und "Knuddel"

  • #3

    Désirée (Dienstag, 16 Juli 2019 10:01)

    Liebe Prisca, danke für deine Berichte und fürs Teilen eurer Abenteuer mit uns Daheimgebliebenen. Es freut mich, dass ihr so gut unterwegs seid. So etwas wie ein Alltag im Zigeunerleben scheint sich ja auch schon etabliert zu haben. Toll, was ihr alles zu sehen bekommt und wie nah ihr an der Natur dran seid. Viel Glück weiterhin und frohes Weiterkommen beim Kilometerfressen ;-)
    Hier in Schwyz nimmt alles seinen gewohnten Gang, wir machen die Gegend mit unseren E-Bikes unsicher. Herzliche Gratulation zum neuen Enkelkindchen! Fühlt euch gedrückt. Désirée