· 

1. Abschied und die erste Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten...

25. März – 21. April 2019

 

Ende März hatten wir beide unsere letzten Arbeitstage und wurden gebührend verabschiedet.

 

Zwei Wochen vor unserem Start verbrachten wir mit packen, Wohnung putzten, letzte Buchungen bestätigen und Abschied von Freunden und Familie nehmen.

 

Ich konnte es kaum erwarten, die Vorfreude war gross und mit Ihr auch die Aufregung auf das grosse Abendteuer. So hatte ich auch langsam genug von den lieb gemeinten, ach seid Ihr immer noch da, ach jetzt ist alles aber doch sehr schnell gegangen, nur noch eine Woche oder seid Ihr schon wieder zurück von eurer Reise? :-)))))

 

Am 7. April ging’s dann endlich los! Unser Bus sollte am 10. April in Hamburg zur Verschiffung via Seabridge abgegeben werden und wir würden am 12. April nach Miami fliegen und die 3 Wochen, bis das Schiff in Baltimore ankommt, die Zeit in Florida und New Orleans verbringen, aber eben nur sollten und würden.......

 

Eine Woche vor unserer geplanten Abreise bekamen wir per E-Mail von Seabridge die Nachricht, dass der Fahrplan der Reederei sehr beeinträchtigt sei und die Schiffe aufgrund von Stürmen auf dem Atlantik Verspätung hätten und nun auch noch einige Reparaturen an den Schiffen vorgenommen werden müssten. Deshalb könnte unser Schiff erst am 24. April, 2 Wochen später abgegeben werden. TollJ

 

Der Flug nach Miami wurde auf zwei Wochen später umgebucht und die Airbnb Wohnungen in Miami und Charleston, das Hotel in New Orleans und das gemietete Auto storniert. Was heisst das für mich, als hoffnungsloser Optimist?????? Alles kommt anders als man denkt oder plant, aber für alles gibt es eine Lösung. So hatten wir noch den Flug nach Miami und gut ist. Der Rest wird vor Ort gebucht.

 

Die zusätzlichen zwei Wochen, die wir durch die verspätete Verschiffung geschenkt bekommen haben, genossen wir in Heidelberg, Wolfsburg, Hamburg, Cuxhaven und Helgoland.

 

Heidelberg am Nekar  und dem schönen Schloss ist eine multikulti Studentenstadt. So sieht man nebst Touristen, junge Menschen aus verschiedensten kulturellen und religiösen Hintergründen. Religionswissenschaften, Biologie und Archäologie, um nur einige Studiengänge zu nennen, prägen die Stadt bezüglich Toleranz.

 

Weiter ging es nach Wolfsburg, ein Muss für jeden Bulli-Liebhaber wie wir es sind. Da wir ja unseren heissgeliebten Bulli T1 für unseren Traum dieser Reise verkauften, kam beim Anblick der ausgestellten Modelle schon etwas Wehmut auf.

 

In Hamburg angekommen bezogen wir im St. Pauli Stadtteil unser Hotel unweit an einer Seitenstrasse der bekannten Reeperbahn. Wir stürzten uns erst mal in das Nachtleben und lernten in einer kleinen Kneipe, natürlich ein Raucherlokal, Manu und Reini kennen. Die beiden kommen aus der nähe von Frankfurt und sind Dauergäste von Hamburg. Der Grund, Fussball. Die beiden sind Fans vom FC St. Pauli. Auffallend in fast ganz Deutschland sind die vielen Fussball Fans. In jeder Kneipe hängen Fahnen und Schals von den verschiedensten Clubs.

Am nächsten Tag war eine Hafenrundfahrt in die Speicherstadt und dem Hafengelände angesagt. Die Frachtschiffe, mit Ihren riesen Container, welche Güter um die ganze Welt verschiffen waren ebenso beeindruckend wie das  überteuerte Wahrzeichen Hamburg’s Elbphilharmonie im Stadtteil Hafencity.

Ein Museumsbesuch im Miniatur-Wunderland in der historischen Speicherstadt gab uns Einblick in die grösste  Modelleisenbahnanlage der Welt. Doch wir waren etwas enttäuscht, da die Modelle nicht dem Originalverlauf der Bahnen entsprach und es einfach zu viele Besuchende auf engem Raum gab.

So verbrachten wir viel Zeit mit Spaziergängen entlang den Landungsbrücken, Hafencity und Fischermarkt und klapperten gefühlt die halbe Stadt ab.

Am Sonntag ab 3.00 Uhr ist am Fischhafen die Hölle los. Von Fisch- und Gemüseverkauf bis hin zu Rock- und Countrymusik in der Fischerhalle, findet sich jeden Sonntag jung und alt. Da sieht man Bilder von nimmermüden Partygänger über ältere Leute die frischen Fisch und Gemüse kaufen wollen oder etwas dazwischen wie wir es sind.

Für dieses Spektakel würde ich kein zweites Mal mehr so früh aufstehen, ausser ich hätte die Nacht durchgetanztJ So gingen wir nochmals eine Runde schlafen.

Ausgeschlafen zogen wir los und von allen Seitenstrassen eilten Menschen mit meist schwarzer Bekleidung in eine Richtung, überall Polizei und wir beide dachten, heute ist sicher irgendwo eine Demo und wir mittendrinJ Kurze Zeit später standen wir vor dem St. Pauli Fussballstadium wo die ganze Menschenmassen hinströmten. Nein, keine Demo....

 

Ich hatte kurzfristig eine schöne Airbnb Wohnung in einem neu restaurierten Fachwerkhaus für eine Woche in Cuxhafen gemietet. Beeindruckendes Wattenmeer an der Elbmündung in die Nordsee, seit 2009 UNESCO Weltnaturerbe. Stundenlange Strandspaziergänge bei Ebbe oder Flut an den Duhnen mit den schönen Strandkörben verkürzten uns das Warten auf die Verschiffung unseres VW Bus, die nun immer näher rückte.

 

Ein Ausflug nach Helgoland mit einem Katamaran war das Highlight unserer Deutschland-Tour. Einmalige Natur auf einer gut 1 km2 kleinen Hochsee Insel mit Meeresrundumsicht. Ornithologen strömen in Massen, um die vielfältige Vogelwelt und Brutstätten der  Basstölpel und Trottellummen, um nur einige zu nennen, an den Lummenfelsen zu beobachten.

 

Mit einem Museumsbesuch, 'Abschied in Amerika', am Hafen von Cuxhaven schwelgten wir in vergangen Zeiten. Waren doch in den Jahren des 1. und 2. Weltkrieges viele Deutsche Flüchtlinge mit einem dieser Riesendampfer in die USA  ausgewandert. Und wir? Nein wir wandern nicht aus, jedoch in einer Woche sind auch wir in Amerika:-)

 

Ostern verbrachten wir am Wattenmeer und mieteten uns einen Strandkorb. Bei Ebbe liefen wir zur  ca. 6 Kilometer vorgelagerten Nortwak Insel und mit der Flut wieder zurück. Ein unglaubliches Naturschauspiel. Anschliessend assen wir leckeren frischen Rauchlachs, Scampi's und Matjes, die wir zuvor an der Fischerbörse gekauft hatten, dazu gab es Prosecco und Bier....

 

 

Gefahrene Kilometer: ca.1'300

Übernachtungen: Hotel 7 , Airbnb 8, VW Bus 1

Regentage: 0

Temperatur: 0-24°

 

Und nun steht in drei Tagen die Verschiffung an, dazu mehr im nächsten Bericht.

 

letzter Bericht                            nächster Bericht 

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Bärbel (Dienstag, 23 April 2019 11:28)

    Suuuper! Dein erster Reise-Eintrag. Toll und interessant geschrieben ��Wenn auch zu Beginn nicht alles nach Plan lief. Aber genau das machts ja aus bei solch einer grossen Reise. Da lernt man plötzlich noch ganz anderes kennen, als man vorhatte. Da seid ijr beiden ja genau die Richtigen dafür. Guten Flug nun und USA can be proud to welcome the two of you �
    Ps: Jonas ist bereits in Long Island und alsbald wohl bei Gugi in NY

  • #2

    Alexandra (Sonntag, 28 April 2019 19:43)

    Hi, soooo cool über eure Abenteuer zu lesen. Toller Bericht und mega interessant über eure Deutschland-Tour, den Ausflügen und Erlebnissen zu lesen. Bin schon in Vorfreude auf die nächsten News;-) aus Amerika. Dort seit ihr ja nun bereits.

    herzlichst und winke wink nach Miami aus dem regnerischen Luzern

  • #3

    Daniel (Mittwoch, 01 Mai 2019 19:36)

    Ich vermisse eu �

  • #4

    Lukas Bischoff (Montag, 06 Mai 2019 08:42)

    Freue mich schon auf den nächsten Eintrag, gute Reise!!!

  • #5

    Werner Küssnacht (Donnerstag, 09 Mai 2019 22:31)

    Liebe Grüsse von Werner!
    In Küssnacht ist (soweit�) alles palletti!
    Natürlich reden alle immer noch von Prisca!
    Aber Hauptsache Kurt ist schön artig!�
    Ich Wünsche euch alles Gute! �